Bürgermeister Heck begrüßt zu diesem TOP Herrn Verbandsdirektor Dr. Monzel von der A.R.T. Die für den 01.01.2020 angekündigte Umstellung des Systems und die Entwicklung der Gebühren haben bei den Bürgern der Verbandsgemeinde Hermeskeil, wie auch in den anderen betroffenen Regionen, für großen Unmut gesorgt. Der Zweckverband A.R.T. möchte daher die Gelegenheit nutzen, den Bürgern die Umstände zu erläutern und ein gewisses Verständnis für die anstehenden Veränderungen zu erzeugen.

 

Herr Verbandsdirektor Dr. Monzel betont, dass man sich des, mit den anstehenden Veränderungen einhergehenden, von den Bürgern geforderten Engagements, in Bezug auf den erhöhten Trennaufwand und die höhere Kostenbelastung durchaus bewusst sei.

           
Zum erhöhten Trennaufwand erklärt Verbandsdirektor Dr. Monzel, dass man die Einführung der Bio-Tonne im Gebiet des Zweckverbands A.R.T. lange herausgezögert hat, während die getrennte Sammlung von Bio-Abfällen in vielen anderen Regionen bereits standardmäßig genutzt wird. Gegen die Forderung der SGD Nord, die Bio-Tonne auch im Landkreis Trier-Saarburg einzuführen, hat man sich rechtlich zu wehren versucht. Der letztlich geschlossene Vergleich verpflichtet nun dennoch zur Einführung der Bio-Tonne. Außerdem werden Bürgerakzeptanz und Mengenentwicklung in einem Monitoring Prozess durch ein beauftragtes Institut überwacht.

 

Mit der Systemumstellung im Bereich der Restmüll-Entleerung, erwartete man nun eine Stärkung des Anreizes zur Nutzung der Bio-Tonne. Statt bisher 26 Leerungen jährlich, deckt die Grundgebühr ab 01.01.2020 nur noch 13 Leerungen der Restmüll-Tonne im Jahr ab. Auf Erfahrungen im Landkreis Bernkastel-Wittlich basierend, erwartet man jedoch, dass diese Anzahl von Mindestleerungen, auch aufgrund der zunehmenden Motivation zur  Vermeidung von Restmüll, ausreichen wird.

 

Bezüglich der spürbaren Erhöhung der Gebühren zum 01.01.2020, verweist man auf die Entwicklung der Müllgebühren innerhalb der letzten 14 Jahre. Eine Gebührenerhöhung im Landkreis Trier-Saarburg erfolgte zuletzt zum 01.01.2006.

Die nun anstehende Erhöhung der Gebühren, um durchschnittlich 23 %, erklärt man durch erhebliche Veränderungen beim Gebührenbedarf, wie Zuführungen zu Deponierückstellungen, gestiegene Entsorgungskosten für den Restabfall sowie den drastischen Einbruch der Preise für Altpapier. In diesem Zusammenhang erläutert Verbandsdirektor Dr. Monzel auch die negative Entwicklung des Eigenkapitals und die Entwicklung der Kosten, die den Zweckverband A.R.T. zu einer Erhöhung der Gebühren zwingen.

 

Ratsmitglied Christoph König kritisiert die Umstellung des Restmüll-Entleerungssystems im Hinblick auf die fehlende soziale Komponente. Die Mehrbelastung von Haushalten mit Windelaufkommen müsse Berücksichtigung finden, indem z.B. Extraleerungen als Bonussystem gewährt werden.   
Verbandsdirektor Dr. Monzel erklärt, dass die Problematik bekannt sei. Ein Bonussystem könne man sich allerdings nur unter eng gefassten Bedingungen, wie z.B.  einem Berechtigungsnachweis für Windelsäcke, vorstellen. Zunächst müsse man jedoch die Rollenverteilung von Verbandsgemeinden, Landkreis und dem Zweckverband A.R.T. klären.

 

Die geringe Anzahl der in Hermeskeil bisher aufgestellten Bio-Abfallbehälter wird von Ratsmitglied Hagen Wiehle bemängelt.       
Verbandsdirektor Dr. Monzel informiert, dass für die Aufstellung der Abfallbehälter in erster Linie jeder Glascontainer-Standort eine Anlaufstelle war. Anmeldungen für Standorte, an denen aus nachvollziehbaren Gründen weitere Abfallcontainer aufgestellt werden sollen, nimmt der Zweckverband A.R.T. gerne entgegen.

 

Herr Siegfried Joram, Ortsbürgermeister der Ortsgemeinde Gusenburg, weist auf das, insbesondere in den warmen Sommermonaten, auftretende Problem von Insekten und unangenehmen Gerüchen hin. Um die Nutzung der Bio-Tonne attraktiver zu machen, müsse man den Leerungsrhythmus zumindest im Sommer deutlich erhöhen.          
Für die angedeutete Problematik zeigt Verbandsdirektor Dr. Monzel Verständnis, macht jedoch gleichzeitig deutlich, dass bei der Anzahl der Leerungen auch die Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden muss.

 

Herr Manfred Molitor stellt die Aussage von Verbandsdirektor Dr. Monzel, bezüglich der Bedeutung der Wirtschaftlichkeit im Hinblick auf die Anzahl der Leerungen, in Frage. Er erklärt sein Unverständnis für das neue Leerungssystem, bei dem ab der 14. Leerung zusätzliche Gebühren verlangt werden, obwohl die Strecken wie zuvor 26-mal jährlich abgefahren werden.
Verbandsdirektor Dr. Monzel erklärt, dass man sich aus logistischer Sicht der Einsparungen sicher sei, wenn nicht mehr jedes Haus zur Leerung der Tonnen angefahren werden muss. Eine grundsätzliche Reduzierung der Restmüll-Leerungen auf 13 sei aus Gründen der Gewohnheit aber auch kaum durchsetzbar.  

 

Auf Nachfrage von Ratsmitglied Jörg Palm, ob sich die Preiserhöhung für den Erwerb von amtlichen Müllsäcken zum 01.01.2020 auf die Gültigkeit der derzeit noch verkäuflichen amtlichen Müllsäcke auswirken wird, gibt Verbandsdirektor Dr. Monzel zu verstehen, dass die Gültigkeit der bis zum 31.12.2019 verkauften Müllsäcke vorerst erhalten bleibt.

 

Bürgermeister Heck bedankt sich für das große Interesse und dankt Herrn Verbandsdirektor Dr. Monzel für die erteilten Auskünfte und Informationen.