Betreff
Kläranlage Hermeskeil - Technische Nachrüstung hier: Auftragsvergabe
Vorlage
30/186/2011
Aktenzeichen
702.00-VGW-Schm./Ma.
Art
Vorlage

Beschlussvorschlag:

 

Der Verbandsgemeinderat, im Rahmen der technischen Nachrüstung der Kläranlage Hermeskeil zur weitergehenden Energieoptimierung den Auftrag zum Austausch des Belüftungssystems an die Firma Passavant-Intech, Rimpar, in Höhe von (brutto) 109.646,60 € sowie die in diesem Zusammenhang notwendige Nachrüstung mit Mess- und Regelgeräten an die Firma Endress + Hauser, Weil am Rhein, zum Angebotsendpreis in Höhe von (brutto) 16.895,36 € zu erteilen.

Sach- und Rechtslage:

 

Die Kläranlage Hermeskeil wird nach ihrer Sanierung und Erweiterung seit dem Jahre 2004 auf der Grundlage der wasserrechtlichen Genehmigungen betrieben. In 2009 erfolgte bereits eine technische Nachrüstung zur Verbesserung und Reduzierung des seinerzeit in der wasserrechtlichen Erlaubnis festgesetzten Phosphorwertes mit der Folge, dass die Investitionskosten  für die neue Phosphatmessung mit der in Rede stehenden Abwasserabgabe für die Kläranlage Hermeskeil, die jährlich ca. 43.000 € beträgt, verrechnet werden konnte. Somit haben sich diese Gesamtinvestitionskosten in Höhe von ca. 11.000 € bereits in einem Jahr amortisiert und führen weitergehend zur Verringerungen der Betriebskosten und der Abwasserabgabe der späteren Jahre.

 

Ein weiterer Punkt zur technischen Nachrüstung steht nun insofern an, dass es erforderlich wird, die Belüftungseinrichtung, die im 1. Bauabschnitt zur Erweiterung der Kläranlage Hermeskeil in 2001 in Betrieb genommen wurde, zu erneuern. Bezüglich dieser Investition wird notwendig, weitere Überlegungen anzustellen, um die Kläranlage energieeffizienter zu betreiben und den Betrieb insgesamt zu optimieren.

 

Dies vor dem Hintergrund, dass die Kläranlage Hermeskeil mit Abstand der höchste Energie-einzelverbraucher ist. Von den 1.100.000 kwh/a, die bei den Verbandsgemeindewerken beim Wasser- und Abwasserwerk verbraucht werden, entfällt allein ein Anteil von ca. 480.000 kwh/a auf die Kläranlage Hermeskeil. Die Steigerung bei den Betriebskosten im Energiebereich wird sich im Jahr 2011 auf ca. 40.000 € belaufen. Insofern stellt die Kläranlage Hermeskeil das größte Potential dar, Einsparüberlegungen umzusetzen. Von den 480.000 kwh/a verbrauchen allein die Biologie, die Belüftungsbecken, ca. 150.000 kwh/a.

Deshalb wurden im Zusammenhang mit der anstehenden Erneuerung seitens der Verwaltung Überlegungen dahingehend angestellt, das Belüftungsverfahren zu ändern, insbesondere, da zwischenzeitlich von anderen Kläranlagenbetreiber Erfahrungen bezüglich neuerer, effizienterer Belüftungstechniken vorliegen. Diese haben dort zu erheblichen Reduzierungen des Energieverbrauches geführt und zudem noch weitere Nebeneffekte hinsichtlich der Reduzierung der Überwachungswerte der Kläranlage zur Folge gehabt.

 

Zu diesem Zwecke wurde mit 2 renommierten Firmen, die entsprechende Belüftungsbecken mit quasi patentierten Belüftern und entsprechender Systemtechnik aufrüsten, aufgenommen. Bei diesen beiden Firmen handelt es sich um die Firma Rudolf Messner Umwelttechnik – RMU, 91325 Adelsdorf, und die Firma Passavant-Intech GmbH aus 97222 Rimpar. Beide Firmen haben eine Vielzahl von Referenzanlagen, bei denen tatsächlich sich die vorausgesagten Einspareffekte und zum Teil auch Veränderungen der Überwachungswerte eingestellt haben.

Die Gesamtinvestitionskosten bei der Kläranlage Hermeskeil für die in Rede stehende Nachrüstung werden sich hierbei auf 125 – 127.000 € belaufen. Durch die Installation von Plattenbelüftern sowie der notwendigen Mess- und Steuerungstechnik wird sich der Energiebedarf von nun ca. 150.000 kwh/a um ca. die Hälfte reduzieren lassen. Dies bedeutet bei einem mittleren Preis für die Kilowattstunde von ca. 0,12 € ein Betrag von ca. 9.360 €/Jahr. Zusätzliche Effekte sind weitergehend Optimierung bei der Zugabe von Dosiermittel, die Vergrößerung des Belüftungsbeckenvolumens.

Betrachtet man die Amortisation ausschließlich bezüglich der in Rede stehenden Investitionskosten in Bezug auf Einsparungen hinsichtlich Energie, ergäbe sich eine Amortisation in ca. 13,5 Jahren.

 

Die Einsparungen beim Energieverbrauch sind garantiert durch die Anlagenhersteller. Sie haben sich auch bei bisher installierten Anlagen anderer Kläranlagenbetreiber tatsächlich eingestellt. Ein weiterer Nebeneffekt, der sich ebenfalls bei anderen Kläranlagenbetreibern eingestellt hat, ist die Verbesserung der Gesamt-Stickstoffabbauleistung um mindestens 20 %. Dies bedeutet, dass ein weiterer Effekt eintritt, nämlich, dass die Gesamtinvestition mit der Abwasserabgabe der Kläranlage Hermeskeil, die jährlich, wie vor genannt, ca. 43.000 € beträgt, über 3 Jahre verrechnet werden kann, da der abwasserabgaberelevante Parameter von Nges von derzeit 15 mg auf 12 mg reduziert wird. Dies bedeutet, dass ohne Berücksichtigung der Energieeinspareffekte sich die Investition quasi innerhalb von 3 Jahren allein bei der Verrechnungsmöglichkeit der Abwasserabgabe bezahlt macht.

 

In diesem Zusammenhang müssen nun nochmals die Angebote der Firma RMU, Adelsdorf, sowie der Firma Passavant-Intech, Rimpar, erläutert werden.

 

Wirtschaftlichster Anbieter für den Austausch des Belüftungssystems war der Firma Passavant–Intech , Rimpar. Dieses Angebot beläuft sich auf brutto 109.646,60 €. Hierin enthalten ist der Austausch des Belüftungssystems. Darüber hinaus ist hierin auch das bereits vielfach auf Kläranlagen eingesetzte von Passavant entwickelte Steuerungsprogramm enthalten, sowie die Garantie zur Einhaltung bestimmter Überwachungswerte, insbesondere zur Reduzierung des abwasserabgaberelevanten Überwachungswertes Nges von 15 mg auf 12 mg/l. Somit ergäbe sich die Möglichkeit der dargestellten Verrechnung mit der Abwasserabgabe.

Die Firma RMU, Adelsdorf bietet ein vergleichbares System, jedoch ohne Steuerungsprogramm. Darüber hinaus garantiert sie auch nicht die Einhaltung der geringeren Überwachungswerte. Sie stellt diese in Aussicht, aber gibt keine Garantie hierüber.

Insofern wurde von der Verwaltung vorgeschlagen, aufgrund der dargelegten Fakten, der Firma Passavant-Intech den Auftrag zum Austausch des Belüftersystems der Belebungsbecken der Kläranlage Hermeskeil in Höhe von 109.646,60 € zu erteilen.

Zusätzlich wird es notwendig, die erforderlich Mess- und Regelgeräte für Messung von Sauerstoff, Feststoffen, Ammonium, Nitrat usw. zu beschaffen. Hier wurden ebenfalls von 3 namhaften Anbietern, deren Geräte bereits auf einigen Anlagen der Verbandsgemeinde Hermeskeil im Einsatz sind, Angebote mit folgenden nachgeprüften Ergebnissen eingeholt:

1. Fa. WTW (wissenschaftlich Technische Werkstätten GmbH), 82362 Weilheim    19.835,54 €

2. Fa. Hach-Lange, Düsseldorf                                                                            21.140,29 €

3. Fa. E + H (Endress + Hauser), 79567 Weil am Rhein                                        16.895,36 €

Hier ist die Firma Endress + Hauser gesamtmindestbietende Firma bezüglich der in Rede stehenden Messgeräte. Es wird deshalb vorgeschlagen, der Firma Endress + Hauser den Auftrag zur Lieferung der angebotenen Messgeräte in Höhe von 16.895,36 € zu erteilen.

Die Gesamtkosten beider Angebote belaufen sich somit auf (brutto) 126.541,60 €.

 

Der Werkausschuss hat in seiner Sitzung am 10.02.2011 beide  Auftragsvergaben beraten mit der einstimmigen Empfehlung, die technische Nachrüstung der Kläranlage Hermeskeil durchzuführen und zu diesem Zweck den Auftrag für den Austausch des Belüftungssystem an die  Firma Passavant–Intech, Rimpar in Höhe von (brutto) 109.646,60 €  und in diesem Zusammenhang auch den Auftrag zur Lieferung der Mess- und Regelgeräte an die Firma Endress + Hauser, Weil am Rhein    in Höhe von (brutto)16.895,36 €  zu erteilen.

Finanzierung:

 

Im Vermögensplan des Betriebszweiges Abwasser waren im Nachtrag zum Wirtschaftsplan 2010 bzw. im Wirtschaftsplan für das Jahr 2011 unter Konto-Nr. 9850402 Kläranlage Hermeskeil, Energieoptimierung, Technische Nachrüstung, sowie unter Konto-Nr. 907340 Kläranlage Hermeskeil, Technische Nachrüstung, insgesamt 145.000 € eingestellt. Diese Kosten sind ausreichend, um die in Rede stehenden Investitionen zu finanzieren.