Betreff
Regionale Wertschöpfung - Beteiligung der Verbandsgemeinde Hermeskeil
Vorlage
30/192/2011
Aktenzeichen
FB 1 - 771-07
Art
Vorlage

Beschlussvorschlag:

 

Der Verbandsgemeinderat Hermeskeil begrüßt die Initiative der Gemeinde Morbach zur regionalen Wertschöpfung unter dem Arbeitstitel „Ebbes von Hei“. Die Unterstützung des Projektes wird zugesichert.

 

Die Beteiligung an der weiteren Entwicklung der regionalen Wertschöpfung wird nach Vorlage der auf die Verbandsgemeinde Hermeskeil entfallenden Kosten entschieden.

 

Sach- und Rechtslage:

 

Die „Region“ als geopolitische, ökonomische und kulturelle Einheit gewinnt im neuen Europa immer weiter an Bedeutung. Im Wettbewerb der Regionen hat diejenige Region die besten Chancen, die sich am gekonntesten vermarktet. Dafür ist die Schaffung einer regionalen Identität und damit ein Markenbildungsprozess unumgänglich.

 

Der Hunsrück als Region hat sich in den vergangenen Jahrzehnten enorm entwickelt. Leistungsstarke Unternehmen, die auch auf internationalen Märkten erfolgreich sind, haben hier ihren Sitz. Die Lebenshaltungskosten sind niedrig, die Lebensqualität ist im Vergleich zu anderen Regionen sehr hoch. Die Gäste wissen die authentische Natur- und Kulturlandschaft zu schätzen. Eine angemessene Vermarktung des Hunsrücks, wie dies etwa durch die Dachmarke „Eifel“ geschieht, ist bisher gescheitert. Produkte aus dem Hunsrück werden nur selten mit der Region in Verbindung gebracht.

 

Im Regionalmanagement, das gemeinsam von den Hunsrücker Kommunen Morbach, Thalfang am Erbeskopf und Hermeskeil, getragen wurde, hat man einen ersten Versuch gestartet, das Thema Regionale Wertschöpfung anzugehen, jedoch ist man in den Anfängen stecken geblieben.

 

In der laufenden LEADER-Periode besteht nun die einzigartige Chance, gemeinsam mit den Kommunen innerhalb der LAG Erbeskopf einen erneuten Anlauf zu starten, eine Regionale Wertschöpfung im Bereich des LAG-Gebietes aufzubauen mit der Option, den Prozess auf die Region Hunsrück (Kooperation mit der LAG Hunsrück) auszuweiten.

 

Bei einer Regionalen Wertschöpfungspartnerschaft (RWP) handelt es sich um eine strategische Allianz zwischen den Unternehmen und Akteuren der Region aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft andererseits. Ziel der RWP ist die Generierung einer nachhaltigen regionalen Wertschöpfung durch die Inwertsetzung der regionalen Potenziale zum wechselseitigen Nutzen aller Beteiligten.

 

Kennzeichnend für eine Regionale Wertschöpfungspartnerschaft ist

a) die enge partnerschaftliche Zusammenarbeit innerhalb und zwischen wirtschaftlichen und nicht-wirtschaftlichen Akteuren ohne die jeweilige Selbstständigkeit und Eigenständigkeit zu verlieren,

b) die konsequente Orientierung der Produkte und Leistungen am Kundennutzen sowie den regionalen Kernkompetenzen und

c) das professionelle und systematische Management der Partnerschaft.

 

Eine Regionalmarke kann nur in gemeinschaftlicher Anstrengung erreicht werden durch eine Politik der Inwertsetzung. Eine besondere Bedeutung muss einem konsequenten Qualitätsmanagement im Produkt- und Marketingbereich beigemessen werden.

 

Von Beginn an muss koordiniert vorgegangen werden. Die finanziellen Mittel sollen für die Konzepterstellung, den Strukturaufbau, die Prozessorganisation und das Prozess begleitende Marketing eingesetzt werden.

 

Die Gemeinde Morbach hat den Prozess der regionalen Wertschöpfung unter dem Slogan »Ebbes von Hei« angestoßen. Allerdings lässt sich ein solcher Prozess nur in Zusammenarbeit mit den Bürgern und allen beteiligten Akteuren aus Wirtschaft, Kultur und Politik umsetzen, da sie letztlich Träger der Marke sind.

 

Diesen Prozess gilt es gemeinsam mitzutragen, damit sich unsere Region erfolgreich entwickeln kann. Dazu gehört auch die Unterstützung durch die Verbandsgemeinde Hermeskeil. Zu detaillierten Kosten kann im derzeitigen Entwicklungsstadium noch keine Aussage getroffen werden, weil Kooperationen mit der LAG Hunsrück und damit einer höheren Förderung im Leader-Ansatz noch offen sind.

 

Der Haupt- und Finanzausschuss hat in seiner Sitzung am 27.10.2010 die regionale Wertschöpfung für die Region Hunsrück positiv bewertet.